Natürlich hätte Santiago noch ein paar weitere feine Dinge zu erleben gehabt. Nur habe ich ein Problem. Denn mir läuft langsam aber sicher die Zeit davon. In einer Stunde kommt nämlich auch schon mein Shuttle Service (http://www.turtransfer.cl) der mich zum Flughafen bringt und dann geht es zurück nach Deutschland.
Ich schaue zurück auf ein wunderschönes halbes Jahr und geh von hier nicht ganz ohne Abschiedsschmerz weg. Chile: Por la Razón o la Fuerza.
Ich verlasse das eiskalte (-1°C) Santiago und freue mich auf Samstag und den hoffentlich Sommer in Deutschland.
Bis bald.
Freitag, 24. Juli 2009
Mittwoch, 22. Juli 2009
Lebenswertbericht (4)
4) Der Regen
Ein weiterer Punkt auf der Lebenswertliste Santiagos ist der Regen. Man mag es als Deutscher ja kaum glauben, aber dieser Punkt hat durchaus seine Berechtigung. Nachdem die ersten zwei Monate meines Auslandssemesters hier nämlich traumhaft schön und warm waren, allerdings auch kein einziger Tropfen vom Himmel gefallen ist, stellte ich mir doch die Frage. „ Also irgendetwas fehlt hier doch, oder?“
Und plötzlich setzte der Platzregen ein und verzauberte nicht nur mich sonder auch alle anderen auf der Straße. Vielleicht hab ich mir das nur eingebildet, aber es war so, als hätten sämtliche Menschen plötzlich angefangen zu lächeln, so als ob ihnen ein großer Stein vom Herzen gefallen wäre.
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt Santiago als eine der Städte mit der schlechtesten Luftqualität überhaupt. Und das liegt nicht nur am großen Verkehrsaufkommen der Stadt sondern vor allem auch am Talkessel in dem sich Santiago erstreckt. Die Luft kann weder südlich oder nördlich, noch westlich oder östlich abziehen und die Stadt erstickt gerade zu im eigenen Dreck. Diesen Dreck sieht man und diesen Dreck spürt man auch. Und dieses drückende Gefühl in den Lungen, nein das ist alles andere als beruhigend. Diese Lage verschlechtert sich dann immer so lange, ja genau, bis es nämlich anfängt zu regnen. „Kinder geht mal raus an die frische Luft“ hat hier wahrscheinlich noch nie jemand gesagt, außer vielleicht nachdem es gerade geregnet hat.
Wenn es in Santiago allerdings tatsächlich einmal angefangen hat zu regnen, ja dann schüttet es, und zwar den ganzen Tag lang. Dann merkt man auch, dass diese Stadt nicht unbedingt für den Niederschlag errichtet wurde. Die sonst so trockenen Straßen füllen sich mit Wasser und Unebenheiten verwandeln sich in Teiche, gefüllt mit braunem Smogwasser. Gestern war es dann wieder mal so weit.

Ein weiterer Punkt auf der Lebenswertliste Santiagos ist der Regen. Man mag es als Deutscher ja kaum glauben, aber dieser Punkt hat durchaus seine Berechtigung. Nachdem die ersten zwei Monate meines Auslandssemesters hier nämlich traumhaft schön und warm waren, allerdings auch kein einziger Tropfen vom Himmel gefallen ist, stellte ich mir doch die Frage. „ Also irgendetwas fehlt hier doch, oder?“
Und plötzlich setzte der Platzregen ein und verzauberte nicht nur mich sonder auch alle anderen auf der Straße. Vielleicht hab ich mir das nur eingebildet, aber es war so, als hätten sämtliche Menschen plötzlich angefangen zu lächeln, so als ob ihnen ein großer Stein vom Herzen gefallen wäre.
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt Santiago als eine der Städte mit der schlechtesten Luftqualität überhaupt. Und das liegt nicht nur am großen Verkehrsaufkommen der Stadt sondern vor allem auch am Talkessel in dem sich Santiago erstreckt. Die Luft kann weder südlich oder nördlich, noch westlich oder östlich abziehen und die Stadt erstickt gerade zu im eigenen Dreck. Diesen Dreck sieht man und diesen Dreck spürt man auch. Und dieses drückende Gefühl in den Lungen, nein das ist alles andere als beruhigend. Diese Lage verschlechtert sich dann immer so lange, ja genau, bis es nämlich anfängt zu regnen. „Kinder geht mal raus an die frische Luft“ hat hier wahrscheinlich noch nie jemand gesagt, außer vielleicht nachdem es gerade geregnet hat.
Wenn es in Santiago allerdings tatsächlich einmal angefangen hat zu regnen, ja dann schüttet es, und zwar den ganzen Tag lang. Dann merkt man auch, dass diese Stadt nicht unbedingt für den Niederschlag errichtet wurde. Die sonst so trockenen Straßen füllen sich mit Wasser und Unebenheiten verwandeln sich in Teiche, gefüllt mit braunem Smogwasser. Gestern war es dann wieder mal so weit.
Dienstag, 21. Juli 2009
Lebenswertbericht (3)
3) Feria Santa Lucia
Was in Santiago auch immer mal wieder einen Besuch wert ist, ist das „Centro Artesanal Santa Lucia“. Dieser Markt für, naja sagen wir mal „Kunsthandwerk“, ist nämlich die Fundgrube schlecht hin, für jeden der noch Geschenke für die Rückreise braucht. Schals, Ponchos, Socken, Holzspielzeug, Pfeifen, Lapiz Lazuli, jeden erdenklichen Kupferkitsch, Chile T-Shirts, Chile Mützen, Chile Flaggen, Chile Musik, Chile Alles und sogar Tokio Hotel Merchandising.
Einer der beliebtesten und wohl auch kuriosesten Gegenstände ist und bleibt aber wohl der „Indio Picaro“, eine Holzfigur, die durch Hochheben ihr Geheimnis offenbart.




Was in Santiago auch immer mal wieder einen Besuch wert ist, ist das „Centro Artesanal Santa Lucia“. Dieser Markt für, naja sagen wir mal „Kunsthandwerk“, ist nämlich die Fundgrube schlecht hin, für jeden der noch Geschenke für die Rückreise braucht. Schals, Ponchos, Socken, Holzspielzeug, Pfeifen, Lapiz Lazuli, jeden erdenklichen Kupferkitsch, Chile T-Shirts, Chile Mützen, Chile Flaggen, Chile Musik, Chile Alles und sogar Tokio Hotel Merchandising.
Einer der beliebtesten und wohl auch kuriosesten Gegenstände ist und bleibt aber wohl der „Indio Picaro“, eine Holzfigur, die durch Hochheben ihr Geheimnis offenbart.
Montag, 20. Juli 2009
Lebenswertbericht (2)
2) Barrio Bellavista & Cerro San Cristobal
Wenn man Glück hat, so wie ich, ja dann wohnt man im tollsten Viertel von ganz Santiago. Und zwar in Bellavista. „El barrio bohemio y cultural de Chile“ erstreckt sich über die zwei Stadtteile Providencia und Recoleta. Begrenzt wird das Künstler- und Ausgehviertel zum einen durch den Fluss „Rio Mapocho“ und zum anderen vom Berg „Cerro San Cristobal“.
Bellavista ist ein Dorf in Mitten der Stadt und während außen herum ganztägig die Metropole tobt, geht es in Bellavista ruhiger zu. Hier bebt eigentlich nur das Nachtleben. Und das vor allem in der „calle mas flaite“, dem Pio Nono. In Bellavista kennen sich die Leute untereinander, grüßen sich auf der Straße und selbst ich bin bei meinem Laden um die Ecke schon bekannt „Hola Frankfurt“ (also ich habe mir diesen Namen nicht ausgesucht!)
Bellavista ist bunt und wunderschön. Hier blüht die sonst so graue Stadt. Circa eine Milliarde Graffitis und der Fakt, dass man nach dem Feiern nach zwei bis drei mal umfallen schon daheim ist, machen das Viertel zum schönsten und zugleich lebenswertesten der Stadt.
Und wer noch etwas mehr Abstand zur Großstadt braucht, der besteigt den „Cerro San Cristobal“ oder lässt sich, viel angenehmer, mit der Seilbahn nach oben ziehen. Dort oben entkommt man nicht nur dem Smog sondern hat auch noch eine wunderbare Aussicht über die Andenmetropole. Unbedingt empfehlenswert.
Auch wenn Bellavista für viele Santiaguiner nicht unbedingt zu den aller aller sichersten Gegenden zählt, hatte ich ein halbes Jahr lang kein einziges Problem. Ich habe nie ganz verstanden, was die alle immer meinen mit „vives en bellavista, que bueno. pero cuidate es super peligroso!“. (du lebst in Bellavista, toll. Aber pass auf dich auf, es ist super gefährlich!) Abgestochen auf der Straße liegend hab ich hier jedenfalls noch niemanden gesehen, aber auf sein Zeug sollte man natürlich schon aufpassen. Aber das gilt nicht nur für Bellavista sondern für überall. Das ist in Santiago nicht anders als in Berlin oder in Hinterwittelsbach. Naja, über die Kriminalrate in letzterem konnte ich keine genaueren Angaben finden.

Sonntag, 19. Juli 2009
Lebenswertbericht (1)
Jetzt ist also doch tatsächlich die letzte Woche angebrochen. Noch sechs mal schlafen und ich steh auch schon wieder auf heimischem Boden.
Trallala „ ... und den alten Ruhm bewähre unser Banner, weiß und blau.“ Ich übe schon mal die Hymne.
Rückblickend könnte man durchaus sagen, ich wäre viel rumgekommen. Zwar fehlen mir noch ein paar durch den Reiseführer vorgeschlagene Ziele, aber ich wäre durchaus in der Lage stundenlange Monologe zu führen, über Land und Leute, über die Ausflüge nach Valparaiso, Montevideo, Puerto Montt, Buenos Aires, San Pedro de Atacama und schließlich die Osterinsel. Seid gespannt auf Anekdoten wie „ ... und dann musste ich im Hausflur auf dem nackten und eiskalten Steinboden schlafen“ oder „ ... und als dann endlich ein Auto vorbei fuhr, und es war sogar noch die Polizei, und wir fragten ob sie uns helfen könnten den Reifen zu wechseln, fuhren diese mit verächtlichem Kopfschütteln einfach weiter und hinterließen nichts als eine uns beschmutzende Staubwolke.“
Wenn man mich aber fragt, was es denn in Santiago Spannendes zu unternehmen gibt, muss ich mich erst grübelnd mit der Hand am Hinterkopf kratzen. Santiago, ja genau, das war doch diese Großstadt, zu der ich nach jedem Ausflug wieder zurück kehren musste. Hektik, Hunde, Hustenanfälle, genau das war Santiago. „Santiago ist hässlich!“ hört man doch immer wieder gern mal, aber um der Stadt gegenüber gerecht zu bleiben muss man anmerken, dass es in der Hauptstadt Chiles auch ein paar sehr schöne Ecken gibt.
Es gilt die Verhältnismäßigkeit zwischen schrecklich und wunderschön ins rechte Licht rücken. Und damit will ich mich meine letzten Tage in der Stadt beschäftigen: Dinge aufzuzeigen, die Santiago trotz allem ganz lebenswert machen.Angefangen wird heute und zwar mit:
1) Museo De Bellas Artes und sonntäglicher Parkspaziergang
Das „Museo Nacional De Bellas Artes“ ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Denn hier lassen sich nicht nur wirklich interessante Werke bestaunen sondern auch Begebenheiten wie folgende erleben.
Eine junge Familie nähert sich einem auf Struktur gemaltem Kunstwerk. Interessiert von der sonderlichen Oberfläche grabscht der Sohnemann eiskalt mitten ins Bild. Als Beobachter dieser Situation denkt man sich ja noch „oh oh ... jetzt gibt’s gleich Ärger von den Eltern“ Aber falsch gedacht. Denn fünf Sekunden später tatscht auch die Mutter auf dem Werk herum. Gut, das entspricht jetzt zwar nicht unbedingt meiner Idealvorstellung von Vorbildfunktion, aber geht mich ja nichts an. Dass ich ebenso schlecht erzogen bin, dachte sich dann aber wohl der Sicherheitsmann, der circa 5 Minuten später den Raum betrat. Als er sich mir näherte und meinte „Señor, Sie dürfen hier keine Fotos machen. Nein, auch nicht ohne Blitz“ konnte ich nämlich nicht anders, als lauthals zu lachen.
Sonntags öffnet das Museum der schönen Küste übrigens gratis seine Tore. Verknüpft mit einem Parkspaziergang, bei dem man noch mehr lustige chilenische Jungfamilien beobachten kann gelangt dieser Ausflug zweifelsfrei auf Santiagos Lebenswertliste.
Montag, 13. Juli 2009
Paradies gefunden: Rapa Nui (Osterinsel)

500 : erste Besiedlung vermutlich von Polynesien aus
700 : Baubeginn für die ersten Ahus (Plattformen)
1000 : Aufstellen der ersten Moais (Steinfiguren)
1700 : Überbevölkerung, Bürgerkrieg, Moais werden von jeweils befeindeten Stämmen umgestürzt
1722: Ostersonntag, Entdeckung durch den Holländer Jacob Roggeveen
08. Juli 2009: Entdeckung als Paradis auf Erden durch Tobias und Samuel
Die heutigen rund 4.000 Einwohner von Rapa Nui, die fast ausschließlich im Hauptdorf "Hanga Roa" wohnen, sind wirklich zu beneiden. Das ganze Jahr über genießen sie angenehme Temperaturen (20°-26° Ø), eine wunderschöne Landschaft mit Traumstrand, 3 Vulkanen und den rund 900 Steinfiguren, genannt "Moai", von denen etliche restauriert und wieder auferstellt, über die Bevölkerung wachen.
Die Insel, der östlichste Punkt des polynesischen Dreiecks (Neuseeland, Hawaii, Rapa Nui) übrigens, heißt jährlich rund 60.000 Touristen willkommen, und ist somit, zumindest in der Nebensaison nicht überlaufen. Damit hat man dann neben Kultur und Geschichte auch gute Chancen auf Ruhe und Erholung. Am letzen Tag meines Inselaufenthalts entstand in mir ein unglaublicher Wille sich irgendwo zu verstecken und für immer auf Rapa Nui zu bleiben. Leider hat letztendlich der Verstand gesiegt und ich bin für meine letzten zwei Wochen in Südamerika nach Santiago zurückgekehrt.
Die Osterinsel, bzw. "Rapa Nui", hat mich begeistert und ich rate jedem, dem sich die Möglichkeit auftut, für ein paar Tage auf der Insel zu verweilen.
Natürlich gibt es auch diese mal wieder Fotos: hier klicken!
Liebe Grüße
(ausführlicher über Geschichte und Kultur der Insel)
Samstag, 4. Juli 2009
spezielle Grüße

Das musste jetzt einfach mal sein. :)
achja...und um alle neidisch zu machen: am Mittwoch entfliehe ich dem stickig-nass-kalten Santiago und fliege auf die 3526 km von der chilenischen Küste entfernte Osterinsel! Das wird der krönende Abschluss und wohl auch die letzte Reise, denn in knapp drei Wochen geht es schon wieder zurück ins heimische Deutschland. Ich wäre dankbar, könnte jemand bis dahin ordentliches Sommerwetter organisieren. Danke
Sonntag, 28. Juni 2009
Dienstag, 16. Juni 2009
Ich kannte jemanden der kannte jemanden... dessen Hund ... seine Tochter... ihr Nachbar...


(Kaufen Sie hier: Einwegmasken / Alkoholgel)
Als man hier zunächst davon hörte war man schon ein wenig besorgt.
Der zweite Gedanke: Achwas, Mexiko ist doch echt weit weg! Dann ist lange nichts passiert.
Und plötzlich liest man, dass es in Chile mit rund 1.600 Fällen, in Sachen A/H1N1 bzw. "Schweinegrippe" bzw. "gripe porcina" doch ganz ordentlich zur Sache geht.
Dann wird einem erzählt, dass es jetzt wohl den Schwiegersohn der Putzfrau eines Bruders der Freundin eines Bekannten ... erwischt hätte.
Tragisch aber jetzt auch nicht sonderlich aufregend, heißt es doch laut Psychologe Stanley Milgram, dass jeder Mensch jeden beliebigen anderen Mensch über durchschnittlich sechs Ecken kennt.
Und dann geht man eines Tages in die Uni und erfährt dass es jetzt doch tatsächlich so weit ist: Man kennt den ersten Erkrankten persönlich. Die gute Nachricht für alle die sich jetzt sorgen machen: die erkankte Mitstudentin und ich waren schon seit 2 Wochen nicht mehr in der gleichen Vorlesung.
Mir geht es übrigens bestens und damit das auch so bleibt werde ich mich jetzt in der Ubahn nicht mehr an irgendwelchen potentiell infizierten Stangen festhalten sondern mich lieber umfallen lassen und mir ein kleines Stöckchen suchen mit dem ich den Fußgängerampelknopf betätigen kann.
Mitlerweile sind es übrigens schon 2.335 Fälle. oink.
Dienstag, 9. Juni 2009
Chile tiene de todo
(Chile hat von allem etwas)
Nachdem ich Ende April schon den Süden Chiles kennengelernt habe, war es nun an der Zeit mal noch in den Norden hoch zu fahren. Chile, mit seiner Nord-Süd Ausdehnung von fast 4500 km hat nämlich nicht nur ganz viel Grün sondern eben auch Wüste. Der zweistündige Flug mit LAN war wie gewohnt ganz wunderbar. In Calama angekommen ging es dann nochmal 1 1/2 Stunden mit dem Bus nach "San Pedro de Atacama" Das Wüstendorf besteht quasi nur aus ein paar Straßen an dem sich Restaurants, Reiseagenturen und Hostels aneinander reihen. Außerdem gibt es noch, wie wohl überall hier, die Plaza de Armas (Waffenplatz) und natürlich eine Kirche. Weniger spannend. Wenn man dann aber mal einen Blick auf die Fotos vor den Reiseagenturen wirft sieht man auch warum das staubige San Pedro so viele Touristen anzieht.
Wir haben uns für "Vive Atacama Travel Agency" entschieden. Der Bus war nicht mehr der neueste, aber wer will auch klimatisiert und wackelfrei durch die Wüste brettern? Vive Authentizität!
Der erste Ausflug ging zur "Laguna de Chaxa" und anschließend hoch zu den "Lagunas Altiplanicas, Miscanti y Meñiques" auf 4200 Meter ü. NN. Der zweite Trip brachte uns zum "Valle de la Luna" und zum "Valle de la Muerte" und der dritte schließlich zu den "Geysers el Tatio". Und das alles war einfach nur schön! Ganz unglaublich schön!
Darauf dass Neid entstehe, hier die Fotos : hier klicken!
Ganz liebe Grüße
(und nein liebe Eltern ich habe mein Bayerisch noch nicht verlernt, auch wenn es bei der ganzen Internationalität ein wenig zu kurz kommt)
Nachdem ich Ende April schon den Süden Chiles kennengelernt habe, war es nun an der Zeit mal noch in den Norden hoch zu fahren. Chile, mit seiner Nord-Süd Ausdehnung von fast 4500 km hat nämlich nicht nur ganz viel Grün sondern eben auch Wüste. Der zweistündige Flug mit LAN war wie gewohnt ganz wunderbar. In Calama angekommen ging es dann nochmal 1 1/2 Stunden mit dem Bus nach "San Pedro de Atacama" Das Wüstendorf besteht quasi nur aus ein paar Straßen an dem sich Restaurants, Reiseagenturen und Hostels aneinander reihen. Außerdem gibt es noch, wie wohl überall hier, die Plaza de Armas (Waffenplatz) und natürlich eine Kirche. Weniger spannend. Wenn man dann aber mal einen Blick auf die Fotos vor den Reiseagenturen wirft sieht man auch warum das staubige San Pedro so viele Touristen anzieht.
Wir haben uns für "Vive Atacama Travel Agency" entschieden. Der Bus war nicht mehr der neueste, aber wer will auch klimatisiert und wackelfrei durch die Wüste brettern? Vive Authentizität!
Der erste Ausflug ging zur "Laguna de Chaxa" und anschließend hoch zu den "Lagunas Altiplanicas, Miscanti y Meñiques" auf 4200 Meter ü. NN. Der zweite Trip brachte uns zum "Valle de la Luna" und zum "Valle de la Muerte" und der dritte schließlich zu den "Geysers el Tatio". Und das alles war einfach nur schön! Ganz unglaublich schön!
Darauf dass Neid entstehe, hier die Fotos : hier klicken!
Ganz liebe Grüße
(und nein liebe Eltern ich habe mein Bayerisch noch nicht verlernt, auch wenn es bei der ganzen Internationalität ein wenig zu kurz kommt)
Sonntag, 31. Mai 2009
Samstag, 30. Mai 2009
Haribo macht Kinder froh!
Jawoll! Genau so ist es! Ich komme nämlich gerade freudestrahlend vom Großeinkauf im Jumbo zurück. Rodrigo, mein Mitbewohner war so nett mich mitzunehmen. Und was sich eine halbe Autostunde von der Wohnung entfernt vor mir aufgetan hat war nicht nur richtig groß, sondern auch richtig großartig.
Aber wenn man halt nur speziellen Kram kauft, so wie zum Beispiel die Nutella, ist man umgerechnet gleich mal 4 Euro los. Ich erinnere mich zwar nicht mehr so genau an die Preise in Deutschland, aber 4 Euro kommt mir pervers teuer vor. Davon könnte man hier 6 Liter Benzin tanken.
Egal. Es gilt schließlich einen Lebensstandard und ausreichend Wohlstandsspeck aufrecht zu erhalten! Mir geht es übrigens ganz ausgezeichnet. Am Donnerstag geht’s in die Wüste und seit heute haben wir eine "Heizung".
Das leben ist schön. Grüße allerseits.
Donnerstag, 21. Mai 2009
Allein in der 11 Millionenstadt
Eigentlich wäre ich ja lieber aufs Land gefahren um mal wieder ein wenig Abstand vom Großstadtleben in Santiago zu nehmen. Der Flug nach Buenos Aires, Argentinien, war allerdings schon seit November gebucht, denn bereits damals stand fest: „Entweder ich kümmere mich um ein Studentenvisum oder aber ich verlasse zur Halbzeit des Auslandssemesters das Land um durch erneutes Einreisen das Touristenvisum für drei weitere Monate zu erneuern.“ Also bin ich jetzt, nachdem die ersten 90 Tage vorbei waren, nach BA geflogen und habe jetzt auch den bis August gültigen Stempel im Pass. Hurra!
Zunächst mal ein Hinweis. Nicht aber wirklich überhaupt nicht weiter zu empfehlen sind „Aerolineas Argentinas“. Zwei ganz schreckliche Flüge!
In BA angekommen hat sich eine Vermutung dann auch gleich bestätigt: Die Stadt ist groß! Sehr groß sogar. Allein schon das überqueren der 20 spurigen „Avenida 9 de Julio“ ist sehr beeindruckend und vermittelt gleich einen ganz guten Eindruck der dortigen Ausmaße. (Der Verkehr flutscht dafür auch viel besser als in Santiago)
Als ich am Sonntag dann den „Cementerio de Recoleta“ also den Prunkfriedhof besuchen wollte und es mir aber nicht gelungen ist den entsprechenden Bus ausfindig zu machen hab ich mich dann für die Taxifahrt entschieden. Irgendwo hab ich zuvor gelesen, dass man im BA gern mal von Taxifahrern abgezockt wird und dass manche Taxis auch gar keine sind, sondern vielmehr organisiertes Verbrechen. Naja, wird schon gut gehten, dachte ich mir und bin eingestiegen. Aber irgendwie fuhren wir gleich immer weiter in die falsche Richtung. (hatte mir ja zuvor angeschaut wo das liegt) Angst. Panik. Schweiß. Als mir dann wirklich schon etwas mulmig zumute war, sind wir aber auch schon am Friedhof angekommen. „Hä? Komisch!“
Aber nachdem ich ja aufgehört habe mich über seltsame Dinge zu wundern habe ich diesen Vorfall dann auf eine momentane Verwirrtheit meinerseits geschoben. Am Montag hat sich dann allerdings bei weiterem Sightseeing herausgestellt, dass es sich um längerfristige Verwirrtheit gehandelt hat. Hab ich doch tatsächlich drei Tage lang immer Osten und Westen verwechselt. Zum Hostel hab ich trotzdem immer wieder zurückgefunden. Also kanns wohl nicht am Orientierungssind sondern nur an der Karte gelgen haben. Dumme Karte.
Das Hostel hat mir seinem Flachbild TV und geschätzt 200 Kanälen auch dazu eingeladen nicht die volle Zeit wirklich sinnvoll zu nuttzen sondern sich auch einfach mal wieder medial befluten zu lassen. Schließlich befinde ich mich doch hier in Santiago auf eisernem Fernsehentzug.
Schade eigentlich dass ich jetzt nicht mehr behaupten kann, ich hätte 6 Monate komplett ohne Fernsehen gelebt.
Oh und im Hostel ist mir dann auch aufgefallen wie unglaublich schlecht mein Englisch geworden ist. Geschätzt 20 Engländer, 5 Australier und Tobi. Wie schwierig das ist, zwischen Spanisch und Englisch hin und her zu wechseln. Da baut man dann auch gern mal Wörter der jeweils anderen Sprache mit ein oder verwechselt dann zum Beispiel „pan“ (englisch für Pfanne) mit „el pan“ (spanisch für Brot). „Ich hätte dann noch gern mehr Pfanne!“
Irgendwie vermisse ich es schön langsam einfach mal nach „Brot“ zu fragen, also einfach mal wieder schön Deutsch zu sprechen, sich ohne ständiges nachfragen problemlos verständigen zu können.
Interessant war es allerdings schon was die ganzen Engländer zu erzählen hatten. Alles Backpacker die hier den Kontinent erkunden. Wahnsinnig finde ich allerdings was die sich teilweise antun. Und zwar kein Wort spanisch zu sprechen. Das muss so unglaublich nervig sein nie wirklich das zu bekommen was man will sondern immer nur das was einem angeboten wird. Außerdem bin ich ganz froh kein Backpacker zu sein. Ein halbes Jahr mit dem Rucksack auf dem Rücken von Hostel zu Hostel, sich alle 10 Tage wieder mit neuen Leuten anfreunden, . . . Neeee . . . Da lob ich mir doch meine Basis in Santiago, mit halbwegs vertrautem Umfeld, von der man immer mal wieder Ausflüge unternehmen kann.
Buenos Aires war äußerst schön, bunt, aufregend und groß. Aber ganz ehrlich gesagt bin ich auch wieder froh im mehr oder weniger bekannten Santiago angekommen zu sein.
Meinen Eltern darf ich dann hiermit noch mal extra mitteilen, dass ich offiziell wieder heil und gesund nach Chile zurückgekehrt bin und dass sie jetzt bitte auch aufhören mögen sich Sorgen um mich zu machen.
Natürlich gibt es auch dieses Mal wieder Fotos und zwar von Gebäuden, vom Friedhof, vom Tango und von noch mehr Gebäuden. Und zwar hier!
Zunächst mal ein Hinweis. Nicht aber wirklich überhaupt nicht weiter zu empfehlen sind „Aerolineas Argentinas“. Zwei ganz schreckliche Flüge!
In BA angekommen hat sich eine Vermutung dann auch gleich bestätigt: Die Stadt ist groß! Sehr groß sogar. Allein schon das überqueren der 20 spurigen „Avenida 9 de Julio“ ist sehr beeindruckend und vermittelt gleich einen ganz guten Eindruck der dortigen Ausmaße. (Der Verkehr flutscht dafür auch viel besser als in Santiago)
Als ich am Sonntag dann den „Cementerio de Recoleta“ also den Prunkfriedhof besuchen wollte und es mir aber nicht gelungen ist den entsprechenden Bus ausfindig zu machen hab ich mich dann für die Taxifahrt entschieden. Irgendwo hab ich zuvor gelesen, dass man im BA gern mal von Taxifahrern abgezockt wird und dass manche Taxis auch gar keine sind, sondern vielmehr organisiertes Verbrechen. Naja, wird schon gut gehten, dachte ich mir und bin eingestiegen. Aber irgendwie fuhren wir gleich immer weiter in die falsche Richtung. (hatte mir ja zuvor angeschaut wo das liegt) Angst. Panik. Schweiß. Als mir dann wirklich schon etwas mulmig zumute war, sind wir aber auch schon am Friedhof angekommen. „Hä? Komisch!“
Aber nachdem ich ja aufgehört habe mich über seltsame Dinge zu wundern habe ich diesen Vorfall dann auf eine momentane Verwirrtheit meinerseits geschoben. Am Montag hat sich dann allerdings bei weiterem Sightseeing herausgestellt, dass es sich um längerfristige Verwirrtheit gehandelt hat. Hab ich doch tatsächlich drei Tage lang immer Osten und Westen verwechselt. Zum Hostel hab ich trotzdem immer wieder zurückgefunden. Also kanns wohl nicht am Orientierungssind sondern nur an der Karte gelgen haben. Dumme Karte.
Das Hostel hat mir seinem Flachbild TV und geschätzt 200 Kanälen auch dazu eingeladen nicht die volle Zeit wirklich sinnvoll zu nuttzen sondern sich auch einfach mal wieder medial befluten zu lassen. Schließlich befinde ich mich doch hier in Santiago auf eisernem Fernsehentzug.
Schade eigentlich dass ich jetzt nicht mehr behaupten kann, ich hätte 6 Monate komplett ohne Fernsehen gelebt.
Oh und im Hostel ist mir dann auch aufgefallen wie unglaublich schlecht mein Englisch geworden ist. Geschätzt 20 Engländer, 5 Australier und Tobi. Wie schwierig das ist, zwischen Spanisch und Englisch hin und her zu wechseln. Da baut man dann auch gern mal Wörter der jeweils anderen Sprache mit ein oder verwechselt dann zum Beispiel „pan“ (englisch für Pfanne) mit „el pan“ (spanisch für Brot). „Ich hätte dann noch gern mehr Pfanne!“
Irgendwie vermisse ich es schön langsam einfach mal nach „Brot“ zu fragen, also einfach mal wieder schön Deutsch zu sprechen, sich ohne ständiges nachfragen problemlos verständigen zu können.
Interessant war es allerdings schon was die ganzen Engländer zu erzählen hatten. Alles Backpacker die hier den Kontinent erkunden. Wahnsinnig finde ich allerdings was die sich teilweise antun. Und zwar kein Wort spanisch zu sprechen. Das muss so unglaublich nervig sein nie wirklich das zu bekommen was man will sondern immer nur das was einem angeboten wird. Außerdem bin ich ganz froh kein Backpacker zu sein. Ein halbes Jahr mit dem Rucksack auf dem Rücken von Hostel zu Hostel, sich alle 10 Tage wieder mit neuen Leuten anfreunden, . . . Neeee . . . Da lob ich mir doch meine Basis in Santiago, mit halbwegs vertrautem Umfeld, von der man immer mal wieder Ausflüge unternehmen kann.
Buenos Aires war äußerst schön, bunt, aufregend und groß. Aber ganz ehrlich gesagt bin ich auch wieder froh im mehr oder weniger bekannten Santiago angekommen zu sein.
Meinen Eltern darf ich dann hiermit noch mal extra mitteilen, dass ich offiziell wieder heil und gesund nach Chile zurückgekehrt bin und dass sie jetzt bitte auch aufhören mögen sich Sorgen um mich zu machen.
Natürlich gibt es auch dieses Mal wieder Fotos und zwar von Gebäuden, vom Friedhof, vom Tango und von noch mehr Gebäuden. Und zwar hier!
Montag, 27. April 2009
Landeskunde
Zu jedem Auslandsaufenthalt gehört sie dazu: die Landeskunde. Und aus diesem Grund ging es am Freitagmorgen um 4:50 in Richtung Flughafen Santiago und dann zusammen mit Sam weiter nach Puerto Montt. Die 160000 Mannstarke Pazifik-Hafenstadt ist an sich allerdings weniger spannend und auch wenig blumerant. Das Hostel war allerdings schon eine Erfahrung wert. Und das nicht nur wegen dem Aufwachen im eiskalten Schlafraum, oder dem Albtraumbad (Klo + Dusche + Waschbecken zusammen auf einem Quadratmeter / der Boden war nass aber man war sicht nicht immer im Klaren darüber, was die Flüssigkeit auf dem Holzboden jetzt genau war / Wasser wurde erhitzt in einer sehr eigentümlichen Art und Weise, bei der man im Nachhinein froh drüber ist, keinen Stromschlag bekommen zu haben. ) sondern vor allem wegen dem doch sehr originellen Gastherren „Claudio“.
Wir haben auf einer Bootstur dann noch zwei lustige rüstige Rentnerfranzosen kennengelernt. Aber beide noch als Professoren beschäftigt, also rüstige Rentner mehr auf die Unternehmenslustigkeit und das äußerliche Erscheinungsbild bezogen. Und nachdem wir die Insel bzw. den Berg mit den beiden erklommen hatten, und dann letztendlich vom Bootsmann doch wieder abgeholt wurden, gab es noch ein gemeinsames Fischessen. Salmon, also Lachs, zubereitet von einer super quirligen Küchenmutter. ¡Buen approvecho!
¡Superrico! (quasi ... Superschmeckilecki). Supertoll war’s dann abends noch auf der von Sam und mir veranstalteten Balkon-Wein-Bier-Party. Notiz an mich: Dieses Super- allesmögliche in Deutschland ganz unbedingt wieder abgewöhnen! Aber Chile ist halt einfach alles super...!
Dann waren wir am zweiten Tag auf geführter Tour mit „Lahuen ANDINO“, die an dieser Stelle doch ordentlich Lob erhalten sollten, über Puerto Varas nach irgendwohin gefahren wo es sehr schön war: 2.652 meter hoher „Osorno Vulkan“, „Lago Todos los Santos“ und „Saltos de Petrohué Wasserfällen.
In Puerto Varas, und in der ganzen Region ist der Einfluss der deutschen Einwanderschaft übrigens ganz schön deutlich zu sehen. „Club Alememán“, „Saxen“, „Dresden“, „el Kuchen“ und noch ganz viel mehr.
Am Sonntag haben wir dann noch mal einen Ausflug mit dem gleichen Veranstalter unternommen, und zwar auf die „Isla Grande de Chiloé“, auf die viertgrößte Insel Südamerikas, was dann noch einmal ein wunderschöner Tag im Süden Chiles war.
Und heute gings dann auch schon wieder zurück ins wärmere aber auch stickige Santiago.
Alles in allem: Sehr viel grün, jede Menge frische Luft (vergleiche Santiagos Luftverschmutzung) und eine sehr schöne Zeit.
Selbstverständlich gibt es auch noch ordentliche Bebilderung der letzten Tage: Und zwar hier!
Liebste Grüße aus der Ferne
Wir haben auf einer Bootstur dann noch zwei lustige rüstige Rentnerfranzosen kennengelernt. Aber beide noch als Professoren beschäftigt, also rüstige Rentner mehr auf die Unternehmenslustigkeit und das äußerliche Erscheinungsbild bezogen. Und nachdem wir die Insel bzw. den Berg mit den beiden erklommen hatten, und dann letztendlich vom Bootsmann doch wieder abgeholt wurden, gab es noch ein gemeinsames Fischessen. Salmon, also Lachs, zubereitet von einer super quirligen Küchenmutter. ¡Buen approvecho!
¡Superrico! (quasi ... Superschmeckilecki). Supertoll war’s dann abends noch auf der von Sam und mir veranstalteten Balkon-Wein-Bier-Party. Notiz an mich: Dieses Super- allesmögliche in Deutschland ganz unbedingt wieder abgewöhnen! Aber Chile ist halt einfach alles super...!
Dann waren wir am zweiten Tag auf geführter Tour mit „Lahuen ANDINO“, die an dieser Stelle doch ordentlich Lob erhalten sollten, über Puerto Varas nach irgendwohin gefahren wo es sehr schön war: 2.652 meter hoher „Osorno Vulkan“, „Lago Todos los Santos“ und „Saltos de Petrohué Wasserfällen.
In Puerto Varas, und in der ganzen Region ist der Einfluss der deutschen Einwanderschaft übrigens ganz schön deutlich zu sehen. „Club Alememán“, „Saxen“, „Dresden“, „el Kuchen“ und noch ganz viel mehr.
Am Sonntag haben wir dann noch mal einen Ausflug mit dem gleichen Veranstalter unternommen, und zwar auf die „Isla Grande de Chiloé“, auf die viertgrößte Insel Südamerikas, was dann noch einmal ein wunderschöner Tag im Süden Chiles war.
Und heute gings dann auch schon wieder zurück ins wärmere aber auch stickige Santiago.
Alles in allem: Sehr viel grün, jede Menge frische Luft (vergleiche Santiagos Luftverschmutzung) und eine sehr schöne Zeit.
Selbstverständlich gibt es auch noch ordentliche Bebilderung der letzten Tage: Und zwar hier!
Liebste Grüße aus der Ferne
Dienstag, 14. April 2009
Che, Uruguay!
Als Belohnung dafür, dass ich ja hier jetzt superfleißiger Student bin und auch schon die ersten zwei Prüfungen geschrieben habe, ging es letzte Woche erst mal in den Osterurlaub. Und weil Frani auch gerade in Südamerika war, um Freunde und Familie ihres Austauschjahrs in Uruguay zu besuchen, hat es sich natürlich angeboten da auch vorbei zu schauen. Und es war großartig! Strand, Party, Essen, Land und Leute - alles ganz ganz großartig. Vielen Dank nochmal an Frani für Connection und Betreuung, an Emiliano für Unterkunft und Gastfreundlichkeit und an Jorge Pablo für das Osterei (nein liebe Franziska es hat dir nie allein gehört).
Fotos:
Costa Azul
Montevideo
Medoza Chico
Mittwoch, 25. März 2009
buenas ideas - malas ideas
(Gute Ideen - schlechte Ideen)
Es ist Zeit für einen neuen Eintrag. Momentan ist allerdings nicht all zu viel los. Zumindest nichts, was hier das ganze Internet zu interessieren hätte.
Und darum werde ich mich heute mal einigen mehr oder weniger schlauen Ideen der Chilenen widmen.
Hier ein paar doch etwas gewöhnungsbedürftige Dinge des alltäglichen Lebens:
Marmelade in der Tüte, Mayonnaise in der Tüte, Ketchup in der Tüte. Die Tütenverpackung hat es den Chilenen wohl irgendwie angetan. Naja, warum nicht? Wär ja auch blöd, könnte man zum Beispiel Frischkäse wieder verschließen. Hurra! Gammlige Lebensmittel und tausend Gerüche im Kühlschrank.
Fanta zu produzieren, die nicht nur abartig aussieht sondern auch so schmeckt, ist auch eine eher schlechte Idee gewesen. Nie wieder giftoranges Zuckerwasser. Pfui.
Relativ unökonomisch kommt mir hier auch dieses ganze Zettelgehabe vor. Chilenen haben für alles einen passenden Zettel. Eisdiele: Erst Zettel kaufen, dann mit Zettel Eis aussuchen. Kleiner Supermarkt: Waren aussuchen, zusammenrechnen lassen und Zettel bekommen. Zettel bezahlen, Waren abholen. So viele kleine gelbe Zettel.
Derjenige, der sich hier Bargeld ausgedacht hat, war wohl auch grad nicht ganz bei der Sache. Mittlerweile gibt es eine Tasse in dem sich mein Kleingeld sammelt. Was ich jemals mit den ganzen Einpesostücken machen werde, weiß ich noch nicht so genau. Vielleicht künstlerisch an die Wand kleben, oder einschmelzen. Viel davon kaufen kann ich mir jedenfalls nicht. Ein Peso sind aktuell 0,128 Cent. Und wer irgendwas Größeres bar bezahlen möchte, der kann schon mal den Schubkarren aus dem Keller holen. Höchste Banknote ist der 20.000 Pesoschein (26 Euro). Dafür sind die neuen 100 Peso Stücke wohl ein kluger Schachzug gewesen. Es besteht eine verblüffende Ähnlichkeit zum Euro. Ich sehe es schon auf Bild.de: „CHILE TRITT DER EU BEI?“
Sich auf der anderen Seite der Welt aufzuhalten, hat jedoch auch seine Vorteile:
Neben den üblichen Geschmacksrichtungen für Tortillachips hat sich hier auch die Geschacksrichtung „Pizza“ durchgesetzt. Ungewöhnlich aber durchaus interessant.
Während in Deutschland nun anscheinend die Furcht vor „Hopfenprosecco“ aufgekommen ist, werden hier ausschließlich 1,0 l Bierflaschen verkauft. Zumindest habe ich noch nichts anderes gesehen. Ja da freut sich der Bayer in mir. "Mhhhh... so a Maß Bier ..."
Praktisch ist auch das System der Supermarktplastikbeutel. Es wird einem hier ja alles sofort an der Kasse in unzählige Tüten einverpackt. Somit trägt man zum einen den Namen des Supermarkts durch die halbe Stadt. Zum anderen werden die Tüten ja anschließend als Müllbeutel wiederverwendet. In Deutschland bezahlt man lieber für Papiertüten um darin eingekaufte Plastikmüllbeutel zu transportieren.
Warum in Deutschland schon seit Jahren davon gesprochen wird aber bis jetzt immer noch keine Bilder von sterbenden Raucherhalbleichen auf Zigarettenschachteln gedruckt werden, kommt mir neuerdings auch komisch vor. Hier gibt’s das nämlich schon länger. Das wirkt auf alle Fälle abschreckend. Nur blöd, dass hier bei ca. 1,60 € pro Schachtel der finanzielle Schrecken nahezu wegfällt.
Aber Bilder sagen mehr als tausend Worte: also bitte hier klicken!
Ps:Ich muss mir bald mal ernsthaft Gedanken über meine berufliche Zukunft machen. Nachdem ich hier nämlich gerade meine fünfte Spinne getötet habe, und dieses mal sogar ohne Spuren an der Wand, wäre es zu überlegen diese Gabe zur Berufung zu machen. Eigentlich bin ich ja tierlieb, aber man weiß ja hier nie so genau was das für Krabbeltiere sind und ob man eine zweite Begegnung überlebt. Jedenfalls wird weiterhin alles mit mehr als 4 Beinen eiskalt zerquetscht.
Immer noch Sommer mit viel Sonne und ordentlichen Temperaturen!
Ganz liebe Grüße
Es ist Zeit für einen neuen Eintrag. Momentan ist allerdings nicht all zu viel los. Zumindest nichts, was hier das ganze Internet zu interessieren hätte.
Und darum werde ich mich heute mal einigen mehr oder weniger schlauen Ideen der Chilenen widmen.
Hier ein paar doch etwas gewöhnungsbedürftige Dinge des alltäglichen Lebens:
Marmelade in der Tüte, Mayonnaise in der Tüte, Ketchup in der Tüte. Die Tütenverpackung hat es den Chilenen wohl irgendwie angetan. Naja, warum nicht? Wär ja auch blöd, könnte man zum Beispiel Frischkäse wieder verschließen. Hurra! Gammlige Lebensmittel und tausend Gerüche im Kühlschrank.
Fanta zu produzieren, die nicht nur abartig aussieht sondern auch so schmeckt, ist auch eine eher schlechte Idee gewesen. Nie wieder giftoranges Zuckerwasser. Pfui.
Relativ unökonomisch kommt mir hier auch dieses ganze Zettelgehabe vor. Chilenen haben für alles einen passenden Zettel. Eisdiele: Erst Zettel kaufen, dann mit Zettel Eis aussuchen. Kleiner Supermarkt: Waren aussuchen, zusammenrechnen lassen und Zettel bekommen. Zettel bezahlen, Waren abholen. So viele kleine gelbe Zettel.
Derjenige, der sich hier Bargeld ausgedacht hat, war wohl auch grad nicht ganz bei der Sache. Mittlerweile gibt es eine Tasse in dem sich mein Kleingeld sammelt. Was ich jemals mit den ganzen Einpesostücken machen werde, weiß ich noch nicht so genau. Vielleicht künstlerisch an die Wand kleben, oder einschmelzen. Viel davon kaufen kann ich mir jedenfalls nicht. Ein Peso sind aktuell 0,128 Cent. Und wer irgendwas Größeres bar bezahlen möchte, der kann schon mal den Schubkarren aus dem Keller holen. Höchste Banknote ist der 20.000 Pesoschein (26 Euro). Dafür sind die neuen 100 Peso Stücke wohl ein kluger Schachzug gewesen. Es besteht eine verblüffende Ähnlichkeit zum Euro. Ich sehe es schon auf Bild.de: „CHILE TRITT DER EU BEI?“
Sich auf der anderen Seite der Welt aufzuhalten, hat jedoch auch seine Vorteile:
Neben den üblichen Geschmacksrichtungen für Tortillachips hat sich hier auch die Geschacksrichtung „Pizza“ durchgesetzt. Ungewöhnlich aber durchaus interessant.
Während in Deutschland nun anscheinend die Furcht vor „Hopfenprosecco“ aufgekommen ist, werden hier ausschließlich 1,0 l Bierflaschen verkauft. Zumindest habe ich noch nichts anderes gesehen. Ja da freut sich der Bayer in mir. "Mhhhh... so a Maß Bier ..."
Praktisch ist auch das System der Supermarktplastikbeutel. Es wird einem hier ja alles sofort an der Kasse in unzählige Tüten einverpackt. Somit trägt man zum einen den Namen des Supermarkts durch die halbe Stadt. Zum anderen werden die Tüten ja anschließend als Müllbeutel wiederverwendet. In Deutschland bezahlt man lieber für Papiertüten um darin eingekaufte Plastikmüllbeutel zu transportieren.
Warum in Deutschland schon seit Jahren davon gesprochen wird aber bis jetzt immer noch keine Bilder von sterbenden Raucherhalbleichen auf Zigarettenschachteln gedruckt werden, kommt mir neuerdings auch komisch vor. Hier gibt’s das nämlich schon länger. Das wirkt auf alle Fälle abschreckend. Nur blöd, dass hier bei ca. 1,60 € pro Schachtel der finanzielle Schrecken nahezu wegfällt.
Aber Bilder sagen mehr als tausend Worte: also bitte hier klicken!
Ps:Ich muss mir bald mal ernsthaft Gedanken über meine berufliche Zukunft machen. Nachdem ich hier nämlich gerade meine fünfte Spinne getötet habe, und dieses mal sogar ohne Spuren an der Wand, wäre es zu überlegen diese Gabe zur Berufung zu machen. Eigentlich bin ich ja tierlieb, aber man weiß ja hier nie so genau was das für Krabbeltiere sind und ob man eine zweite Begegnung überlebt. Jedenfalls wird weiterhin alles mit mehr als 4 Beinen eiskalt zerquetscht.
Immer noch Sommer mit viel Sonne und ordentlichen Temperaturen!
Ganz liebe Grüße
Mittwoch, 11. März 2009
prejuicios - comida rápida
(Vorurteile - Fastfood)
Der letzte Eintrag ist ja schon etwas länger her, aber hier kommt jetzt die ultimative Zusammenfassung der vergangenen Tage:
Zunächst bin ich jetzt in mein neues und finales Zimmer eingezogen. Das ist zwar ein wenig kleiner als das Vorübergehende, dafür ist das jetzt alles meins, mit meinen Fotos an der Wand, mit meinem Grusch den ich Hemmungslos verstreuen kann ohne schlechtes Gewissen. Und wenn man Glück hat und die Smogglocke über der Stadt nicht so stark ist wie heute, dann hat man neben dem Blick auf Wellblech und Hinterhof auch Sicht auf die Anden.
Dann war ich jetzt auch endlich mal in der Mall. Der Versuch da vor einiger Zeit schon mal hinzufinden ist ja leider gescheitert, aus Unsicherheit über das Bussystem Santiagos und der Angst davor dann irgendwo am Arsch der Stadt zu laden, am besten noch in einem ärmeren Stadtteil. Am Freitag hat sich dann mein Mitbewohner aber geopfert und hat es doch tatsächlich fünf Stunden mit mir ausgehalten. Als mir dann bei Zara aber selbst XL nicht gepasst hat, war ich auch am Ende meiner Kräfte und wir brauchten dringend Stärkung im Fresszentrum, dort wo sich in einem grßen Kreis eine Fastfoodkette an die andere reiht. Und da hab ich ihn gesehen – 900 Pesos also nicht ganz 1,20 € - auf einem großen Plakat – der Big Mac. Dass ich jetzt schon so weit bin dass mich ein Sonderangebot mehr beeinflusst als jahrelange Überzeugung, war mir auch neu. Es bleibt spannend wo das noch hinführt.
Auf dem Asado (also Grillfest) am Samstag gab es dann auch noch mal gut viel Fleisch. Die krasse Einstellung der Chilenen, dem Fleisch gegenüber, kann man an folgedem Beispiel ganz schön sehen: Neben den ganzen Würsten und dem anderen Fleisch gab es ganz genau eine Schüssel Kartoffelsalat. Und es gab genau drei Menschen auf dem Asado, die davon gegessen haben. Stefan, Nina und ich. Drei Deutsche.
Resi schrieb in mein „Heimwehbekämpfungsalbum“ ich solle mir ein „kleines chilenisches Äffchen fangen & zum Butler ausbilden“ aber anstatt diesen Ratschlag zu befolgen wurde ich am Samstag der Grillfeier selber zum kleinen Äffchen. Zum kleinen deutschen Spaßäffchen für drei Chileninnen, die es wohl äußerst lustig fanden mich die halbe Nacht zu belagern und sich mit mir zu unterhalten – und zwar alle auf einmal. Und das wobei ich doch wirklich schon Probleme genug hab, nur mit einer Person halbwegs flüssig zu sprechen. Ganz besonders wenn die hier ihren Slang auspacken oder so schnell reden, dass sich die Wörter überschlagen und es in meinem Kopf ganz warm davon wird.
Außerdem gibt es ordentlich Aufklärungsbedarf in Sachen Deutsche Geschichte. Dass es die NSDAP nicht mehr gibt, wir jetzt eine Demokratie haben, und dass es für jemanden aus Deutschland relativ geschmacklos und nicht wie erwartet lustig ist, mit „Heil Hitler“ gegrüßt zu werden, müssen manche Chilenen noch lernen. Lustig fand ich hingegen folgende, frei übersetzte Frage: „ Aber gehst du dann wählen weil du da eine bestimmte Partei wählen musst, oder weil du das frei entscheiden darfst?“
Die Frage ist allerdings auch, in wie weit man voraussetzten kann, dass sich die Leute hier mit der Deutschen Vergangenheit auskennen. Was wusste ich schon von Chile, bevor ich angefangen habe mich aus gegebenem Anlass damit zu beschäftigen. Oder was zum Beispiel Asien angeht bin ich auch jetzt noch völlig ahnungslos. Und sollte mir mal ein Asiate über den Weg laufen und ich dann in ein ähnliches Fettnäpfchen treten, möchte ich mich schon mal im Voraus entschuldigen.
Und dann hat am Montag auch schließlich die Uni angefangen. Montag, Dienstag und Donnerstag erwarten mich jetzt also immer insgesamt sieben Vorlesungen. Die ersten vier dieser Woche hab ich schon hinter mich gebracht und dabei überraschend viel verstanden. Die Professoren machen einen netten und kompetenten Eindruck und nachdem ich mir hier ja dann wöchentlich ca. 14 Stunden die volle Dröhnung mit Spanischem Gelaber gebe, kappt das mit der Sprache bestimmt auch bald noch besser. Trotzdem will ich mich mal nicht zu früh freuen, denn erfahrungsgemäß kann der Eindruck von ersten Vorlesungen auch ganz gewaltig täuschen.
Besonders interessant war der Englischkurs, den ich erst mal nur zur Probe belegt habe. Jetzt ist mir nämlich klar geworden, warum hier kein Mensch Englisch spricht. Nicht dass der Prof. keine Ahnung gehabt hätte, nur ist das Umdenken was die hier vollziehen müssen um einiges schwieriger als für uns. Auch schön fand ich als sich alle Kursteilnehmer kurz vorstellen mussten. Was ich gehört habe war: „ Hello, my name is Carla. I life in my poo.“ Schmunzeln. Ich geh jetzt aber einfach mal davon aus, dass sie im Stadtteil Maipú und nicht in ihrer eigenen Kacke wohnt.
Und noch ganz wichtig: Ich habe eine Mission – zwei Mexikanerinnen, auch Austauschstudenten, haben mich gestern beim Weggehen gebeten gegen die Vorurteile ihrem Heimatland gegenüber anzukämpfen. Also: Nein, die Leuten tragen keine Ponchos, keine Sombreros, es ist nicht unerträglich heiß, und es gibt nicht nur Wüste und vereinzelt Kakteen.
Ja, ne - is klar - wer’s glaubt wird selig!
Das wär ja gerade so, als würde man behaupten, dass nicht alle Deutschen nur Lederhosen tragen und immer nur Bratwurst, Sauerkraut und Bier verzehren würden.
Servus und a dreifachs Holladiriddai
Bilder zum Text : hier klicken!
Der letzte Eintrag ist ja schon etwas länger her, aber hier kommt jetzt die ultimative Zusammenfassung der vergangenen Tage:
Zunächst bin ich jetzt in mein neues und finales Zimmer eingezogen. Das ist zwar ein wenig kleiner als das Vorübergehende, dafür ist das jetzt alles meins, mit meinen Fotos an der Wand, mit meinem Grusch den ich Hemmungslos verstreuen kann ohne schlechtes Gewissen. Und wenn man Glück hat und die Smogglocke über der Stadt nicht so stark ist wie heute, dann hat man neben dem Blick auf Wellblech und Hinterhof auch Sicht auf die Anden.
Dann war ich jetzt auch endlich mal in der Mall. Der Versuch da vor einiger Zeit schon mal hinzufinden ist ja leider gescheitert, aus Unsicherheit über das Bussystem Santiagos und der Angst davor dann irgendwo am Arsch der Stadt zu laden, am besten noch in einem ärmeren Stadtteil. Am Freitag hat sich dann mein Mitbewohner aber geopfert und hat es doch tatsächlich fünf Stunden mit mir ausgehalten. Als mir dann bei Zara aber selbst XL nicht gepasst hat, war ich auch am Ende meiner Kräfte und wir brauchten dringend Stärkung im Fresszentrum, dort wo sich in einem grßen Kreis eine Fastfoodkette an die andere reiht. Und da hab ich ihn gesehen – 900 Pesos also nicht ganz 1,20 € - auf einem großen Plakat – der Big Mac. Dass ich jetzt schon so weit bin dass mich ein Sonderangebot mehr beeinflusst als jahrelange Überzeugung, war mir auch neu. Es bleibt spannend wo das noch hinführt.
Auf dem Asado (also Grillfest) am Samstag gab es dann auch noch mal gut viel Fleisch. Die krasse Einstellung der Chilenen, dem Fleisch gegenüber, kann man an folgedem Beispiel ganz schön sehen: Neben den ganzen Würsten und dem anderen Fleisch gab es ganz genau eine Schüssel Kartoffelsalat. Und es gab genau drei Menschen auf dem Asado, die davon gegessen haben. Stefan, Nina und ich. Drei Deutsche.
Resi schrieb in mein „Heimwehbekämpfungsalbum“ ich solle mir ein „kleines chilenisches Äffchen fangen & zum Butler ausbilden“ aber anstatt diesen Ratschlag zu befolgen wurde ich am Samstag der Grillfeier selber zum kleinen Äffchen. Zum kleinen deutschen Spaßäffchen für drei Chileninnen, die es wohl äußerst lustig fanden mich die halbe Nacht zu belagern und sich mit mir zu unterhalten – und zwar alle auf einmal. Und das wobei ich doch wirklich schon Probleme genug hab, nur mit einer Person halbwegs flüssig zu sprechen. Ganz besonders wenn die hier ihren Slang auspacken oder so schnell reden, dass sich die Wörter überschlagen und es in meinem Kopf ganz warm davon wird.
Außerdem gibt es ordentlich Aufklärungsbedarf in Sachen Deutsche Geschichte. Dass es die NSDAP nicht mehr gibt, wir jetzt eine Demokratie haben, und dass es für jemanden aus Deutschland relativ geschmacklos und nicht wie erwartet lustig ist, mit „Heil Hitler“ gegrüßt zu werden, müssen manche Chilenen noch lernen. Lustig fand ich hingegen folgende, frei übersetzte Frage: „ Aber gehst du dann wählen weil du da eine bestimmte Partei wählen musst, oder weil du das frei entscheiden darfst?“
Die Frage ist allerdings auch, in wie weit man voraussetzten kann, dass sich die Leute hier mit der Deutschen Vergangenheit auskennen. Was wusste ich schon von Chile, bevor ich angefangen habe mich aus gegebenem Anlass damit zu beschäftigen. Oder was zum Beispiel Asien angeht bin ich auch jetzt noch völlig ahnungslos. Und sollte mir mal ein Asiate über den Weg laufen und ich dann in ein ähnliches Fettnäpfchen treten, möchte ich mich schon mal im Voraus entschuldigen.
Und dann hat am Montag auch schließlich die Uni angefangen. Montag, Dienstag und Donnerstag erwarten mich jetzt also immer insgesamt sieben Vorlesungen. Die ersten vier dieser Woche hab ich schon hinter mich gebracht und dabei überraschend viel verstanden. Die Professoren machen einen netten und kompetenten Eindruck und nachdem ich mir hier ja dann wöchentlich ca. 14 Stunden die volle Dröhnung mit Spanischem Gelaber gebe, kappt das mit der Sprache bestimmt auch bald noch besser. Trotzdem will ich mich mal nicht zu früh freuen, denn erfahrungsgemäß kann der Eindruck von ersten Vorlesungen auch ganz gewaltig täuschen.
Besonders interessant war der Englischkurs, den ich erst mal nur zur Probe belegt habe. Jetzt ist mir nämlich klar geworden, warum hier kein Mensch Englisch spricht. Nicht dass der Prof. keine Ahnung gehabt hätte, nur ist das Umdenken was die hier vollziehen müssen um einiges schwieriger als für uns. Auch schön fand ich als sich alle Kursteilnehmer kurz vorstellen mussten. Was ich gehört habe war: „ Hello, my name is Carla. I life in my poo.“ Schmunzeln. Ich geh jetzt aber einfach mal davon aus, dass sie im Stadtteil Maipú und nicht in ihrer eigenen Kacke wohnt.
Und noch ganz wichtig: Ich habe eine Mission – zwei Mexikanerinnen, auch Austauschstudenten, haben mich gestern beim Weggehen gebeten gegen die Vorurteile ihrem Heimatland gegenüber anzukämpfen. Also: Nein, die Leuten tragen keine Ponchos, keine Sombreros, es ist nicht unerträglich heiß, und es gibt nicht nur Wüste und vereinzelt Kakteen.
Ja, ne - is klar - wer’s glaubt wird selig!
Das wär ja gerade so, als würde man behaupten, dass nicht alle Deutschen nur Lederhosen tragen und immer nur Bratwurst, Sauerkraut und Bier verzehren würden.
Servus und a dreifachs Holladiriddai
Bilder zum Text : hier klicken!
Sonntag, 1. März 2009
Meer
Mehr Dreck, mehr Hunde, mehr Treppen, mehr Anstrengung, mehr Farbe, mehr Kultur und mehr Lateinamerika. Das alles gab es in Valparaiso. Die Hafenstadt, gute 1 ½ Stunden Busfahrt von Santiago entfernt, diente uns an diesem Wochenende als Ausflugsziel und als Möglichkeit das ausnahmsweise trübe und kalte Santiago zu verlassen. Uns erwartete eine wirklich sehr interessante Stadt mit Millionen von Treppenstufen, unzähligen bunten Häusern, verwinkelten Gassen und einem schwer zu beschreibenden Flair.
Edler, schicker und langweiliger war das nah gelegene Viña del Mar. Die Nachbarstadt haben wir am Sonntag auch noch mitgenommen. Und es hat sich wieder einmal bestätigt, dass ich einfach nicht so der Typ für den Strand bin. Den Kampf gegen die Sonne habe ich nämlich, trotz Verteidigungsversuche mit reichlich Sonnencreme, leider verloren.
Unbedingt sehenswert sind die Fotos von den letzten beiden Tagen.
Hier klicken!
Ansonsten hat sich bisher noch nicht viel getan. Das Wetter ist wieder auf Sommerkurs, die Uni hat immer noch nicht angefangen, das Leben ist schön.
Sonnenverbrannte aber glückliche Grüße aus ganz weit weg!
Edler, schicker und langweiliger war das nah gelegene Viña del Mar. Die Nachbarstadt haben wir am Sonntag auch noch mitgenommen. Und es hat sich wieder einmal bestätigt, dass ich einfach nicht so der Typ für den Strand bin. Den Kampf gegen die Sonne habe ich nämlich, trotz Verteidigungsversuche mit reichlich Sonnencreme, leider verloren.
Unbedingt sehenswert sind die Fotos von den letzten beiden Tagen.
Hier klicken!
Ansonsten hat sich bisher noch nicht viel getan. Das Wetter ist wieder auf Sommerkurs, die Uni hat immer noch nicht angefangen, das Leben ist schön.
Sonnenverbrannte aber glückliche Grüße aus ganz weit weg!
Sonntag, 22. Februar 2009
Eine Woche Santiago
Hier kommt also mein erstes kleines Fazit nach der ersten Woche in Santiago:
Menschen:
Glücksgriff! Zum einen sind die Chilenen, sowie ich sie bisher kennengelernt habe, super freundliche und sehr hilfsbereite Menschen. Die Situation, dass wenn man nach dem Weg zum nächsten Supermarkt fragt, gleich noch Hilfe beim Einkaufen selbst bekommt wäre in Deutschland kaum denkbar. Auch die Anschaffung eines chilenischen Mobiltelefons war kein Problem. Als ich dem Freund meiner Mitbewohnerin beim Frühstück erzählte, dass das der Plan für den heutigen Tag wäre, wurde ich kurzerhand mit ins Zentrum und zu drei verschiedenen Geschäften mitgenommen. Zack – und Tobi hat ein Telefon.
Zum anderen sind auch meine Mitbewohner Leute mit denen es sich sehr gut aushalten lässt. Freitags waren wir zusammen weg, heute auf dem Cerro San Cristobal im Park beim Rumliegen im Palmenhalbschatten. Sehr nette Leute!
Wetter:
Tja, da muss ich euch leider weiter neidisch machen. Denn hier ist jetzt gerade der siebte Tag mit strahlendem Sonnenschein zu Ende gegangen. Aber man merkt auch schon, dass das mit dem Sommer nicht mehr all zu lange andauern wird. Nachts wird es ohne Pulli schon leicht kühl.
Lebensmittel:
In der Küche wartet auf mich noch mein dreckiges Geschirr vom Tortilla-„Kochen“. Die Teile sind hier um eine ganze Ecke billiger als in Deutschland, das war allerdings auch zu erwarten. Schmand hab ich keinen gefunden, und nachdem Unklarheit über die verschiedenen frischkäseartigen Produkte bestand, hab ich auf den guten alten Philadelphia zurückgegriffen, das dürfte man eigentlich gar nicht erzählen, aber für umgerechnet knapp drei Euro. Aber Käse ist hier eh relativ teuer und das Schlimmste ist: kein Pizzastreuselkäse! Obst und Gemüse gibt’s dafür im Überfluss. So hat vor ein paar Tagen auch ein älter Mann an unserem Haus, schreiend, einen Karren beladen mit Melonen vorbeigezogen. Was die Leute, die hier auf der Straße was verkaufen möchten, immer schreien bleibt aber weiter ein Rätsel. Klingt nach allem, nur nicht nach Spanisch. Ansonsten ist alles einen ganzen Tick süßer als in Deutschland: Brot, Saft und selbst der klassische Kirmesgeruch.
Achja, und hier herrscht das Prinzip „Nieder mit der Mülltrennung und auf die Straße mit dem ganzen Dreck“. Auch Hunde erleichtern sich gern auf dieser. Dafür ist es aber überraschend sauber. Hiermit ein großes Dankeschön an die Saubermänner und –frauen, die täglich mit Besen und Mülltonne durch die Straßen ziehen.
Musik:
Musiktechnisch kann es eigentlich nur noch bergauf gehen, denn das was ich am Freitag in der Disko erlebt habe war nach einiger Zeit alles andere als spaßig: REGGAETON, und zwar ein Lied nach dem anderen, die ganze Nacht. Irgendwann kam dann mal was von Bob Marley, aber auch dieser Hoffnungsschimmer stellte sich nach kurzem als, ja ganz genau, als REGGAETON-REMIX heraus. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen war der Abend äußerst lustig. Dauerzustand kann das aber nicht sein. Bitte.
Ansonsten hier noch ein Fotolink mit Bildern von den ersten sieben Tagen: hier klicken!
Menschen:
Glücksgriff! Zum einen sind die Chilenen, sowie ich sie bisher kennengelernt habe, super freundliche und sehr hilfsbereite Menschen. Die Situation, dass wenn man nach dem Weg zum nächsten Supermarkt fragt, gleich noch Hilfe beim Einkaufen selbst bekommt wäre in Deutschland kaum denkbar. Auch die Anschaffung eines chilenischen Mobiltelefons war kein Problem. Als ich dem Freund meiner Mitbewohnerin beim Frühstück erzählte, dass das der Plan für den heutigen Tag wäre, wurde ich kurzerhand mit ins Zentrum und zu drei verschiedenen Geschäften mitgenommen. Zack – und Tobi hat ein Telefon.
Zum anderen sind auch meine Mitbewohner Leute mit denen es sich sehr gut aushalten lässt. Freitags waren wir zusammen weg, heute auf dem Cerro San Cristobal im Park beim Rumliegen im Palmenhalbschatten. Sehr nette Leute!
Wetter:
Tja, da muss ich euch leider weiter neidisch machen. Denn hier ist jetzt gerade der siebte Tag mit strahlendem Sonnenschein zu Ende gegangen. Aber man merkt auch schon, dass das mit dem Sommer nicht mehr all zu lange andauern wird. Nachts wird es ohne Pulli schon leicht kühl.
Lebensmittel:
In der Küche wartet auf mich noch mein dreckiges Geschirr vom Tortilla-„Kochen“. Die Teile sind hier um eine ganze Ecke billiger als in Deutschland, das war allerdings auch zu erwarten. Schmand hab ich keinen gefunden, und nachdem Unklarheit über die verschiedenen frischkäseartigen Produkte bestand, hab ich auf den guten alten Philadelphia zurückgegriffen, das dürfte man eigentlich gar nicht erzählen, aber für umgerechnet knapp drei Euro. Aber Käse ist hier eh relativ teuer und das Schlimmste ist: kein Pizzastreuselkäse! Obst und Gemüse gibt’s dafür im Überfluss. So hat vor ein paar Tagen auch ein älter Mann an unserem Haus, schreiend, einen Karren beladen mit Melonen vorbeigezogen. Was die Leute, die hier auf der Straße was verkaufen möchten, immer schreien bleibt aber weiter ein Rätsel. Klingt nach allem, nur nicht nach Spanisch. Ansonsten ist alles einen ganzen Tick süßer als in Deutschland: Brot, Saft und selbst der klassische Kirmesgeruch.
Achja, und hier herrscht das Prinzip „Nieder mit der Mülltrennung und auf die Straße mit dem ganzen Dreck“. Auch Hunde erleichtern sich gern auf dieser. Dafür ist es aber überraschend sauber. Hiermit ein großes Dankeschön an die Saubermänner und –frauen, die täglich mit Besen und Mülltonne durch die Straßen ziehen.
Musik:
Musiktechnisch kann es eigentlich nur noch bergauf gehen, denn das was ich am Freitag in der Disko erlebt habe war nach einiger Zeit alles andere als spaßig: REGGAETON, und zwar ein Lied nach dem anderen, die ganze Nacht. Irgendwann kam dann mal was von Bob Marley, aber auch dieser Hoffnungsschimmer stellte sich nach kurzem als, ja ganz genau, als REGGAETON-REMIX heraus. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen war der Abend äußerst lustig. Dauerzustand kann das aber nicht sein. Bitte.
Ansonsten hier noch ein Fotolink mit Bildern von den ersten sieben Tagen: hier klicken!
Mittwoch, 18. Februar 2009
distancias - oficialismo
Zellerau - mein Shoppingparadies, wie ich dich vermisse! Zwar gefällte es mir hier geradezu ausgezeichnet gut, nur hatte ich gestern ein kleines Schockerlebnis als ich mich bei meinen Mitbewohnern nach dem nächsten Supermarkt erkundigte. Phillipe, ein Chilene, der gerade zu Besuch war meinte dann spontan er würde mich auf dem Weg nach hause am Supermarkt vorbeibringen. Ja super ! Also sind wir los marschiert. Wir gehen gehen gehen ... gehen noch weiter, gekonnt an Bettlerin und Straßenhund vorbei und da ... nach geschätzt 1,5 km Fußmarsch: mein nächster Supermarkt. Zwar gibt es hier um die Ecke auch nen Laden wo man Basissachen wie Brot oder Milch kaufen kann, die Auswahl ist jedoch äußerst begrenzt und die Preise sind ja fast teurer als in Deutschland. Grundsätzlich lässt sich aber festhalten, dass das Preisniveau nur knapp unter dem in der Heimat liegt. Die WG hat dank mir jetzt auch wieder Klopapier und zwar mit keinen blauen Bärchen drauf.

Außerdem hab ich mich gestern noch auf den Weg zur Uni gemacht um mal grundsätzlich zu schauen wo ich hinlaufen muss, wie weit das ist und ob sich Metrofahren lohnt. Nunja – auf der Karte sieht man die Problematik. Eigentlich nicht so weit weg, zu Fuß aber doch 30 Minuten, mit der Metro relativ umständlich und trotzdem ein ganzes Stück zu laufen. Vielleicht gibt es ja Busse, das bleibt zu klären. Aber bevor ich mir darüber den Kopf zerbreche gilt es ein noch viel schwerwiegenderes Problem zu lösen: Studentenvisum / RUT Nummer / Immatrikulationsbescheinigung dringend gesucht! Aber nachdem ich jetzt gerade wieder eine Email bekommen habe und mich gar nicht mehr auskenne lass ich das hier an dieser Stelle mal gut sein.

(da werd ich mal studieren, hoffentlich!)
Sieht man mal von der Bürokratie hier ab, geht es mir ausgezeichnet. Die Sonne scheint den ganzen Tag, die Temperaturen sind Vormittags und Abends sehr angenehm, Mittags ein wenig zu krass für meinen doch eher wenig südländischen Typ, Kaffee kommt hier anscheinend generell zum anrühren aus der Dose und schmeckt trotzdem ganz gut, Chilenen sind lustig und hilfsbereit und tragen trotz Mittagshitze Anzug samt Krawatte und Sakko. Kurz: Immer noch alles neu fremd und interessant.
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