Natürlich hätte Santiago noch ein paar weitere feine Dinge zu erleben gehabt. Nur habe ich ein Problem. Denn mir läuft langsam aber sicher die Zeit davon. In einer Stunde kommt nämlich auch schon mein Shuttle Service (http://www.turtransfer.cl) der mich zum Flughafen bringt und dann geht es zurück nach Deutschland.
Ich schaue zurück auf ein wunderschönes halbes Jahr und geh von hier nicht ganz ohne Abschiedsschmerz weg. Chile: Por la Razón o la Fuerza.
Ich verlasse das eiskalte (-1°C) Santiago und freue mich auf Samstag und den hoffentlich Sommer in Deutschland.
Bis bald.
Freitag, 24. Juli 2009
Mittwoch, 22. Juli 2009
Lebenswertbericht (4)
4) Der Regen
Ein weiterer Punkt auf der Lebenswertliste Santiagos ist der Regen. Man mag es als Deutscher ja kaum glauben, aber dieser Punkt hat durchaus seine Berechtigung. Nachdem die ersten zwei Monate meines Auslandssemesters hier nämlich traumhaft schön und warm waren, allerdings auch kein einziger Tropfen vom Himmel gefallen ist, stellte ich mir doch die Frage. „ Also irgendetwas fehlt hier doch, oder?“
Und plötzlich setzte der Platzregen ein und verzauberte nicht nur mich sonder auch alle anderen auf der Straße. Vielleicht hab ich mir das nur eingebildet, aber es war so, als hätten sämtliche Menschen plötzlich angefangen zu lächeln, so als ob ihnen ein großer Stein vom Herzen gefallen wäre.
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt Santiago als eine der Städte mit der schlechtesten Luftqualität überhaupt. Und das liegt nicht nur am großen Verkehrsaufkommen der Stadt sondern vor allem auch am Talkessel in dem sich Santiago erstreckt. Die Luft kann weder südlich oder nördlich, noch westlich oder östlich abziehen und die Stadt erstickt gerade zu im eigenen Dreck. Diesen Dreck sieht man und diesen Dreck spürt man auch. Und dieses drückende Gefühl in den Lungen, nein das ist alles andere als beruhigend. Diese Lage verschlechtert sich dann immer so lange, ja genau, bis es nämlich anfängt zu regnen. „Kinder geht mal raus an die frische Luft“ hat hier wahrscheinlich noch nie jemand gesagt, außer vielleicht nachdem es gerade geregnet hat.
Wenn es in Santiago allerdings tatsächlich einmal angefangen hat zu regnen, ja dann schüttet es, und zwar den ganzen Tag lang. Dann merkt man auch, dass diese Stadt nicht unbedingt für den Niederschlag errichtet wurde. Die sonst so trockenen Straßen füllen sich mit Wasser und Unebenheiten verwandeln sich in Teiche, gefüllt mit braunem Smogwasser. Gestern war es dann wieder mal so weit.

Ein weiterer Punkt auf der Lebenswertliste Santiagos ist der Regen. Man mag es als Deutscher ja kaum glauben, aber dieser Punkt hat durchaus seine Berechtigung. Nachdem die ersten zwei Monate meines Auslandssemesters hier nämlich traumhaft schön und warm waren, allerdings auch kein einziger Tropfen vom Himmel gefallen ist, stellte ich mir doch die Frage. „ Also irgendetwas fehlt hier doch, oder?“
Und plötzlich setzte der Platzregen ein und verzauberte nicht nur mich sonder auch alle anderen auf der Straße. Vielleicht hab ich mir das nur eingebildet, aber es war so, als hätten sämtliche Menschen plötzlich angefangen zu lächeln, so als ob ihnen ein großer Stein vom Herzen gefallen wäre.
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt Santiago als eine der Städte mit der schlechtesten Luftqualität überhaupt. Und das liegt nicht nur am großen Verkehrsaufkommen der Stadt sondern vor allem auch am Talkessel in dem sich Santiago erstreckt. Die Luft kann weder südlich oder nördlich, noch westlich oder östlich abziehen und die Stadt erstickt gerade zu im eigenen Dreck. Diesen Dreck sieht man und diesen Dreck spürt man auch. Und dieses drückende Gefühl in den Lungen, nein das ist alles andere als beruhigend. Diese Lage verschlechtert sich dann immer so lange, ja genau, bis es nämlich anfängt zu regnen. „Kinder geht mal raus an die frische Luft“ hat hier wahrscheinlich noch nie jemand gesagt, außer vielleicht nachdem es gerade geregnet hat.
Wenn es in Santiago allerdings tatsächlich einmal angefangen hat zu regnen, ja dann schüttet es, und zwar den ganzen Tag lang. Dann merkt man auch, dass diese Stadt nicht unbedingt für den Niederschlag errichtet wurde. Die sonst so trockenen Straßen füllen sich mit Wasser und Unebenheiten verwandeln sich in Teiche, gefüllt mit braunem Smogwasser. Gestern war es dann wieder mal so weit.
Dienstag, 21. Juli 2009
Lebenswertbericht (3)
3) Feria Santa Lucia
Was in Santiago auch immer mal wieder einen Besuch wert ist, ist das „Centro Artesanal Santa Lucia“. Dieser Markt für, naja sagen wir mal „Kunsthandwerk“, ist nämlich die Fundgrube schlecht hin, für jeden der noch Geschenke für die Rückreise braucht. Schals, Ponchos, Socken, Holzspielzeug, Pfeifen, Lapiz Lazuli, jeden erdenklichen Kupferkitsch, Chile T-Shirts, Chile Mützen, Chile Flaggen, Chile Musik, Chile Alles und sogar Tokio Hotel Merchandising.
Einer der beliebtesten und wohl auch kuriosesten Gegenstände ist und bleibt aber wohl der „Indio Picaro“, eine Holzfigur, die durch Hochheben ihr Geheimnis offenbart.




Was in Santiago auch immer mal wieder einen Besuch wert ist, ist das „Centro Artesanal Santa Lucia“. Dieser Markt für, naja sagen wir mal „Kunsthandwerk“, ist nämlich die Fundgrube schlecht hin, für jeden der noch Geschenke für die Rückreise braucht. Schals, Ponchos, Socken, Holzspielzeug, Pfeifen, Lapiz Lazuli, jeden erdenklichen Kupferkitsch, Chile T-Shirts, Chile Mützen, Chile Flaggen, Chile Musik, Chile Alles und sogar Tokio Hotel Merchandising.
Einer der beliebtesten und wohl auch kuriosesten Gegenstände ist und bleibt aber wohl der „Indio Picaro“, eine Holzfigur, die durch Hochheben ihr Geheimnis offenbart.
Montag, 20. Juli 2009
Lebenswertbericht (2)
2) Barrio Bellavista & Cerro San Cristobal
Wenn man Glück hat, so wie ich, ja dann wohnt man im tollsten Viertel von ganz Santiago. Und zwar in Bellavista. „El barrio bohemio y cultural de Chile“ erstreckt sich über die zwei Stadtteile Providencia und Recoleta. Begrenzt wird das Künstler- und Ausgehviertel zum einen durch den Fluss „Rio Mapocho“ und zum anderen vom Berg „Cerro San Cristobal“.
Bellavista ist ein Dorf in Mitten der Stadt und während außen herum ganztägig die Metropole tobt, geht es in Bellavista ruhiger zu. Hier bebt eigentlich nur das Nachtleben. Und das vor allem in der „calle mas flaite“, dem Pio Nono. In Bellavista kennen sich die Leute untereinander, grüßen sich auf der Straße und selbst ich bin bei meinem Laden um die Ecke schon bekannt „Hola Frankfurt“ (also ich habe mir diesen Namen nicht ausgesucht!)
Bellavista ist bunt und wunderschön. Hier blüht die sonst so graue Stadt. Circa eine Milliarde Graffitis und der Fakt, dass man nach dem Feiern nach zwei bis drei mal umfallen schon daheim ist, machen das Viertel zum schönsten und zugleich lebenswertesten der Stadt.
Und wer noch etwas mehr Abstand zur Großstadt braucht, der besteigt den „Cerro San Cristobal“ oder lässt sich, viel angenehmer, mit der Seilbahn nach oben ziehen. Dort oben entkommt man nicht nur dem Smog sondern hat auch noch eine wunderbare Aussicht über die Andenmetropole. Unbedingt empfehlenswert.
Auch wenn Bellavista für viele Santiaguiner nicht unbedingt zu den aller aller sichersten Gegenden zählt, hatte ich ein halbes Jahr lang kein einziges Problem. Ich habe nie ganz verstanden, was die alle immer meinen mit „vives en bellavista, que bueno. pero cuidate es super peligroso!“. (du lebst in Bellavista, toll. Aber pass auf dich auf, es ist super gefährlich!) Abgestochen auf der Straße liegend hab ich hier jedenfalls noch niemanden gesehen, aber auf sein Zeug sollte man natürlich schon aufpassen. Aber das gilt nicht nur für Bellavista sondern für überall. Das ist in Santiago nicht anders als in Berlin oder in Hinterwittelsbach. Naja, über die Kriminalrate in letzterem konnte ich keine genaueren Angaben finden.

Sonntag, 19. Juli 2009
Lebenswertbericht (1)
Jetzt ist also doch tatsächlich die letzte Woche angebrochen. Noch sechs mal schlafen und ich steh auch schon wieder auf heimischem Boden.
Trallala „ ... und den alten Ruhm bewähre unser Banner, weiß und blau.“ Ich übe schon mal die Hymne.
Rückblickend könnte man durchaus sagen, ich wäre viel rumgekommen. Zwar fehlen mir noch ein paar durch den Reiseführer vorgeschlagene Ziele, aber ich wäre durchaus in der Lage stundenlange Monologe zu führen, über Land und Leute, über die Ausflüge nach Valparaiso, Montevideo, Puerto Montt, Buenos Aires, San Pedro de Atacama und schließlich die Osterinsel. Seid gespannt auf Anekdoten wie „ ... und dann musste ich im Hausflur auf dem nackten und eiskalten Steinboden schlafen“ oder „ ... und als dann endlich ein Auto vorbei fuhr, und es war sogar noch die Polizei, und wir fragten ob sie uns helfen könnten den Reifen zu wechseln, fuhren diese mit verächtlichem Kopfschütteln einfach weiter und hinterließen nichts als eine uns beschmutzende Staubwolke.“
Wenn man mich aber fragt, was es denn in Santiago Spannendes zu unternehmen gibt, muss ich mich erst grübelnd mit der Hand am Hinterkopf kratzen. Santiago, ja genau, das war doch diese Großstadt, zu der ich nach jedem Ausflug wieder zurück kehren musste. Hektik, Hunde, Hustenanfälle, genau das war Santiago. „Santiago ist hässlich!“ hört man doch immer wieder gern mal, aber um der Stadt gegenüber gerecht zu bleiben muss man anmerken, dass es in der Hauptstadt Chiles auch ein paar sehr schöne Ecken gibt.
Es gilt die Verhältnismäßigkeit zwischen schrecklich und wunderschön ins rechte Licht rücken. Und damit will ich mich meine letzten Tage in der Stadt beschäftigen: Dinge aufzuzeigen, die Santiago trotz allem ganz lebenswert machen.Angefangen wird heute und zwar mit:
1) Museo De Bellas Artes und sonntäglicher Parkspaziergang
Das „Museo Nacional De Bellas Artes“ ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Denn hier lassen sich nicht nur wirklich interessante Werke bestaunen sondern auch Begebenheiten wie folgende erleben.
Eine junge Familie nähert sich einem auf Struktur gemaltem Kunstwerk. Interessiert von der sonderlichen Oberfläche grabscht der Sohnemann eiskalt mitten ins Bild. Als Beobachter dieser Situation denkt man sich ja noch „oh oh ... jetzt gibt’s gleich Ärger von den Eltern“ Aber falsch gedacht. Denn fünf Sekunden später tatscht auch die Mutter auf dem Werk herum. Gut, das entspricht jetzt zwar nicht unbedingt meiner Idealvorstellung von Vorbildfunktion, aber geht mich ja nichts an. Dass ich ebenso schlecht erzogen bin, dachte sich dann aber wohl der Sicherheitsmann, der circa 5 Minuten später den Raum betrat. Als er sich mir näherte und meinte „Señor, Sie dürfen hier keine Fotos machen. Nein, auch nicht ohne Blitz“ konnte ich nämlich nicht anders, als lauthals zu lachen.
Sonntags öffnet das Museum der schönen Küste übrigens gratis seine Tore. Verknüpft mit einem Parkspaziergang, bei dem man noch mehr lustige chilenische Jungfamilien beobachten kann gelangt dieser Ausflug zweifelsfrei auf Santiagos Lebenswertliste.
Montag, 13. Juli 2009
Paradies gefunden: Rapa Nui (Osterinsel)

500 : erste Besiedlung vermutlich von Polynesien aus
700 : Baubeginn für die ersten Ahus (Plattformen)
1000 : Aufstellen der ersten Moais (Steinfiguren)
1700 : Überbevölkerung, Bürgerkrieg, Moais werden von jeweils befeindeten Stämmen umgestürzt
1722: Ostersonntag, Entdeckung durch den Holländer Jacob Roggeveen
08. Juli 2009: Entdeckung als Paradis auf Erden durch Tobias und Samuel
Die heutigen rund 4.000 Einwohner von Rapa Nui, die fast ausschließlich im Hauptdorf "Hanga Roa" wohnen, sind wirklich zu beneiden. Das ganze Jahr über genießen sie angenehme Temperaturen (20°-26° Ø), eine wunderschöne Landschaft mit Traumstrand, 3 Vulkanen und den rund 900 Steinfiguren, genannt "Moai", von denen etliche restauriert und wieder auferstellt, über die Bevölkerung wachen.
Die Insel, der östlichste Punkt des polynesischen Dreiecks (Neuseeland, Hawaii, Rapa Nui) übrigens, heißt jährlich rund 60.000 Touristen willkommen, und ist somit, zumindest in der Nebensaison nicht überlaufen. Damit hat man dann neben Kultur und Geschichte auch gute Chancen auf Ruhe und Erholung. Am letzen Tag meines Inselaufenthalts entstand in mir ein unglaublicher Wille sich irgendwo zu verstecken und für immer auf Rapa Nui zu bleiben. Leider hat letztendlich der Verstand gesiegt und ich bin für meine letzten zwei Wochen in Südamerika nach Santiago zurückgekehrt.
Die Osterinsel, bzw. "Rapa Nui", hat mich begeistert und ich rate jedem, dem sich die Möglichkeit auftut, für ein paar Tage auf der Insel zu verweilen.
Natürlich gibt es auch diese mal wieder Fotos: hier klicken!
Liebe Grüße
(ausführlicher über Geschichte und Kultur der Insel)
Samstag, 4. Juli 2009
spezielle Grüße

Das musste jetzt einfach mal sein. :)
achja...und um alle neidisch zu machen: am Mittwoch entfliehe ich dem stickig-nass-kalten Santiago und fliege auf die 3526 km von der chilenischen Küste entfernte Osterinsel! Das wird der krönende Abschluss und wohl auch die letzte Reise, denn in knapp drei Wochen geht es schon wieder zurück ins heimische Deutschland. Ich wäre dankbar, könnte jemand bis dahin ordentliches Sommerwetter organisieren. Danke
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